Geschicht - 1938
Rutzendorf bei „Groß-Wien“ Neue Bezirke im OstenDer neue 22. Bezirk Groß-Enzersdorf bildete den südlichen Teil der Hälfte Wiens östlich der Donau. Der Bezirk wurde 1938 neu geschaffen. Neben den Teilen, die Groß-Enzersdorf von Floridsdorf bekam, erhielt man des weiteren vom Verwaltungsbezirk Floridsdorf-Umgebung die Gemeinden Andlersdorf, Breitenlee, Eßling, Franzensdorf, Glinzendorf, Groß-Enzersdorf, Großhofen, Mannsdorf, Mühlleiten, Oberhausen, Probstdorf, Raasdorf, Rutzendorf, Schönau, Süßenbrunn und Wittau sowie Kaisermühlen von der Leopoldstadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab man jedoch fast alle niederösterreichischen Gemeinden, bis auf Breitenlee, Eßling und Süßenbrunn, wieder zurück. Da man so auch den namensgebenden Bezirksteil Groß-Enzersdorf verlor, erfolgte eine Umbenennung in Donaustadt. Obwohl die meisten Gemeinden wieder an Niederösterreich zurückgegeben wurden, bildet die Donaustadt den heute flächenmäßig größten Gemeindebezirk Wiens.
Auswirkungen nach Ende des Zweiten WeltkriegesDie Auflösung Groß-Wiens 1954 bereitete zahlreiche infrastrukturelle Probleme. Zunächst musste entschieden werden, wie die 80 zurückgefallenen Gemeinden auf die bereits bestehenden Bezirke Niederösterreichs verteilt werden sollten. Nur wenige Teile wurden bestehenden Bezirken zugeordnet. Hierzu gehören die nördlichen Gebiete Floridsdorfs, die nicht bei Wien verblieben. Diese kamen zum Bezirk Korneuburg. Jene Teile von Groß-Enzersdorf, die nicht bei Wien verblieben wurden Teil des Bezirks Gänserndorf. Der ehemalige Wiener Bezirk Mödling wurde wieder zu einem niederösterreichischen Bezirk erhoben, dieser Bezirk erhielt auch jene Teile Liesings, die nicht bei Wien verblieben. Die restlichen Gemeinden wurden kurzer Hand zum Bezirk Wien-Umgebung erklärt, obwohl dieser damit aus vier einzelnen – bis zu 20 km auseinander liegenden – Teilen bestand. Der Bezirk mit seiner seltsamen Form besteht bis heute und hat mit einigen Problemen zu kämpfen: Diese Form führt immer wieder zu Bestrebungen, die Unannehmlichkeiten für Bewohner und Verwaltung zu lösen. Lösungsansätze gehen dahin, die Teile jeweils den angrenzenden niederösterreichischen Bezirken zuzuschlagen. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Befürworter eines eigenen Bezirkes. Ämter und ähnliches haben meist nur einen Sitz in einem der vier Teile oder haben diesen im für alle zentral liegenden Wien eingerichtet. Um die ausgegliederten Gemeinden, die großteils einen hohen Zweitwohnungsbesitzeranteil hatten, finanziell zu entlasten, wurde der so genannte 7-er Schlüssel geschaffen. Nach diesem bekamen auch kleine Gemeinden pro Einwohner so hohe Ertragsanteile, wie sie normalerweise eine 50.000-Einwohner-Stadt bekommt. Dieser 7-er Schlüssel wurde erst in den 1990er Jahren durch andere kleine Gemeinden als Ungleichheit beim Verfassungsgerichtshof bekämpft und in der Folge abgeschafft. Eine weitere Auswirkung, die bis heute gilt, ist die Stromversorgung der Umlandgemeinden: Sie erfolgt bis heute durch Wien-Energie statt durch den niederösterreichischen Energieversorger EVN. Auch bei der Gasversorgung gibt es noch einzelne Gemeinden, die von Wien-Energie versorgt werden.
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